Drift
Anna Hölzl & Bokyeom Kwon
27.06.2025 - 30.09.2025
Zwischen Bewegung und Stillstand, Material und Atmosphäre, Form und Auflösung entfaltet sich in Drift ein leiser, poetischer Dialog. Die skulpturalen Arbeiten von Anna Hölzl und die malerischen Kompositionen von Bokyeom Kwon kreisen um das Flüchtige, das Wandelbare – und um das Spannungsverhältnis zwischen dem, was greifbar scheint, und dem, was sich entzieht.
Anna Hölzl bewegt sich mit ihren Skulpturen an der Grenze zwischen Materialität und Illusion. Fragile, scheinbar fließende Formen aus Glas, Metall und Spiegeln erzeugen Momente des Innehaltens. Was wie weicher Stoff erscheint, ist in Wahrheit starr – feste Materialien, so geformt, dass sie Licht einfangen, ihre Umgebung spiegeln und die Grenze zwischen Oberfläche und Substanz verschwimmen lassen. Mit präzisem Blick für Form, Kontext und Oberfläche inszeniert Hölzl eine stille Poesie des Alltäglichen. Ihre Werke balancieren zwischen Handwerk und Konzept, zwischen dem Sichtbaren und dem gerade noch Greifbaren. In subtilen Gesten verhandeln sie Raum, Gewicht und Wahrnehmung – und fordern eine stille Auseinandersetzung mit der eigenen Erwartungshaltung heraus.
Bokyeom Kwon wiederum öffnet mit ihren großformatigen Leinwänden Räume für innere Zustände. In Serien wie Schweben, Glühen und Gelassenheit lässt sie mit Acryl und Tusche atmosphärische Schichtungen entstehen, die an Nebel erinnern – lichtdurchlässig und zugleich konzentriert. Ihre Malerei ist meditativ, beinahe klanglos, getragen von einem Gefühl der Schwebe: zwischen Präsenz und Abwesenheit, zwischen Energie und Ruhe. Kwons Werke erscheinen wie visuelle Echos innerer Landschaften – fein austariert, sensibel und offen.
Im Zusammenspiel eröffnen die Werke von Hölzl und Kwon eine gemeinsame Sprache der Übergänge. In Drift geht es um Aggregatzustände, um das Fließende als gestalterisches Prinzip – in Farbe wie in Form, in Licht wie in Materie.